500'000 Bäume in Paris

15.12.11

Die UNO erklärte 2011 zum internationalen Jahr der Wälder. Paris ist eine aussergewöhnlich baumreiche Metropole

Grand Palais

Mehr als 400 Grünflächen, auf über 3000 Hektar verteilt, mit mehr als 400'000 Bäumen: 300’000 stehen im Bois de Boulogne und im Bois de Vincennes, 100’000 an öffentlichen Verkehrswegen und 36’500 auf Friedhöfen.

Vor mehr als 2000 Jahren, als Paris noch «Lutetia» hiess, war die Stadt von einem Wald umgeben und bestand nur aus den beiden Inseln «Ile Saint-Louis» und «Ile de la Cité». Die Wälder in Boulogne und Vincennes gehörten zum Jagdgebiet des Königs. Erst Napoleon III., nach einem Aufenthalt in London durch das Beispiel des Hyde Parks beeinflusst, versuchte, ähnliche Stadtparks für Paris zu schaffen, mit Spazierwegen und künstlichen Wasserflächen. Ungefähr ein Drittel der Bäume wurde stark beschädigt oder entwurzelt, als der Orkan Lothar 1999 durch Paris fegte und grosse Schäden anrichtete.

Die von Bäumen gesäumten Alleen gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Katharina von Medici liess einen gradlinigen Spazierweg anlegen, der die Achse vom Louvre und Tuileries-Garten verlängerte, sich über den Chaillot-Hügel (heute «Place de l’Etoile») erstreckte und an den Champs-Elysées endete.

Erstaunlicherweise ist der grösste Pariser Park der 44 Hektar grosse Friedhof des Père Lachaise mit nahezu 5500 Bäumen. Paris zählt innerhalb der Stadt 14 Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von 100 Hektar und ausserhalb der Stadt 6 Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von 330 Hektar.

In Paris kommen 150 verschiedene Baumarten vor, die häufigsten sind Platanen und Kastanien. Um den Auswirkungen des Klimawandels vorzubeugen, werden robustere oder mediterrane Arten eingeführt, wie der Zürgelbaum aus der Provence, die Steineiche, die chinesische Wildbirne oder der persische Flieder.

222 Bäume wurden bis heute als «bedeutsam» verzeichnet, weil sie an bestimmte Ereignisse, wie die Geburt oder den Tod einer Persönlichkeit oder eine gewonnene Schlacht erinnern. Der Älteste: Eine Robinie aus dem Jahr 1601, die sich auf dem kleinen Platz Square René-Viviani-Montebello, in der Rue du Fouarre 2, im 5. Bezirk befindet. Der Botanist Jean Robin, der diese Spezies aus Amerika in Europa einführte, verlieh ihr seinen Namen.
Der Schönste: Er ist leicht zu finden, denn er steht im Champ-de-Mars im Schatten des Eiffelturms, auf gleicher Höhe wie die Avenue Anatole-France 5. Es handelt sich um einen Orangenbaum dessen Stamm sich in drei Äste teilt.
Der Geschichtsträchtigste: Die Ulme der Kirche Saint-Gervais, gleich hinter dem Hôtel de Ville, bezeichnet die Stelle, an der sich im Mittelalter die Bürger versammelten und wo nach der Messe Gerichtstag abgehalten wurde. Der ursprüngliche Baum wurde während der Revolution gefällt und der aktuelle Anfang des letzten Jahrhunderts neu gepflanzt. Man erzählt, dieser Ort ist ein Treffpunkt – in früheren Zeiten für Freimaurer, heutzutage für Magnetiseure. Angeblich soll er auch Glück bringen...

Für Paris haben Bäume eine wichtige Bedeutung. Laut neusten Gerüchten plant ein internationales Ingenieurbüro, die Metallstruktur des Eiffelturms mit mehr als 600'000 Pflanzen einzukleiden und in den grössten Baum von Paris zu verwandeln. Die «eiserne Dame» als «grüne Dame»...!?

François

Notre insider à Paris

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François Kneuss, notre collaborateur à Paris, rédige régulièrement des nouvelles sur notre blog. Suivez toutes ses publications et découvrez la capitale sous un autre angle!

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