Das Leben der Gebrüder Caillebotte

25.05.11

Eine Ausstellung über das künstlerische Werk der Gebrüder Caillebotte findet bis 11. Juli im Musée Jacquemart-André statt. Ein beeindruckender Ort, nicht weit von der Place de l’Etoile und dem Triumphbogen entfernt.

Homme au balcon
Das Musée Jacquemart-André befindet sich am Boulevard Haussmann 158, in einem prachtvollen Patrizierhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Erbaut wurde es von Edouard André, dem Erben einer steinreichen Bankdynastie des zweiten französischen Kaiserreichs. Nach dem Erwerb der Gazette des Beaux-Arts beschloss er, mit seiner Ehefrau Nélie Jacquemart, einer talentierten Malerin, seine Kunstsammlung mit Meisterwerken aus dem 18. Jh. zu erweitern.
Nélie Jacquemart hinterliess nach ihrem Tod gemäss dem letzten Wunsch ihres Gatten das wundervolle Stadtpalais dem Institut de France. Im Jahre 1913 wurde es als Museum eröffnet. Flanieren Sie durch die verschiedenen Ausstellungsräume, die den historischen Charme jener Epoche ausstrahlen.

Die Ausstellung, die den Gebrüdern Caillebotte gewidmet ist, stellt die Gemälde von Gustave und die Fotografien von Martial auf so originelle Weise nebeneinander, dass sie ihre tiefgründigen Gemeinsamkeiten ausdrücken. Im Gegensatz zu anderen Künstlern, die in jener Epoche, als der Impressionismus äusserst umstritten war, kaum genug Geld zum Leben verdienten, stammten die Gebrüder Caillebotte aus einer reichen Familie. Sie hatten das Glück, in den gehobenen Vierteln im Herzen von Paris zu wohnen und die architektonischen Veränderungen der Stadt aus nächster Nähe in ihren Werken festhalten zu können.

Zudem war Gustave Caillebotte ein sehr grosszügiger Mann, der sein ganzes Leben lang seine Impressionisten-Freunde finanziell unterstützte, indem er ihre Gemälde zu hohen Preisen erwarb und die Kosten für ihre Ausstellungen übernahm. Er war ebenfalls ein passionierter Segler und Bootsbauer und gewann zahlreiche Titel bei Regatten.

Als Caillebotte 1894 nur fünfundvierzigjährig an den Folgen eines Schlaganfalls starb, vermachte er seine Gemälde dem Staat mit der Bedingung, dass sie im Musée du Luxembourg und später im Louvre ausgestellt werden sollten. Renoir bestimmte er als seinen Testamentsvollstrecker.

Unser Insider in Paris

Unser Insider in Paris

François Kneuss, unser Insider in Paris, blogt in regelmässigen Abständen aus Paris. Folgen Sie seinen Beiträgen und entdecken Sie Paris von einer neuen Seite.

» François Kneuss