Dieses Jahr feiert Paris den 140. Jahrestag der Kommune. Als Pariser Kommune wird der revolutionäre Stadtrat zwischen dem 18. März und dem 28. Mai 1871 bezeichnet.
Der Zündfunken für den 72-tägigen Bürgerkrieg war der Versuch der Regierungstruppen (die Nationalversammlung war nach Versailles umgesiedelt) die Kanonen zu konfiszieren, die die Nationalgarde während der Belagerung durch die preussischen Armeen gerettet hatte. Am 21. Mai drangen die Regierungstruppen in Paris ein, die Kommunarden wurden besiegt, und die sogeannte „Blutige Maiwoche“ endete am 28. Mai 1871 in einem Blutbad (Gedenktafel im Friedhof Père Lachaise).
Am 18. März lässt die Truppe „Les Amis de la Commune de Paris“ die wichtigsten Ereignisse des Bürgerkriegs auf der Place de l’Hôtel de Ville wieder aufleben. Zwischen 17 und 20 Uhr findet zweimal eine halbstündige Aufführung statt.
Zahlreiche Animationen stehen auf dem Programm, wie Rock- und Slamkonzerte, aber auch populäre Volkslieder von damals, die „Riton la Manivelle“, ein bekannter Sänger auf seiner Drehorgel begleitet. Sie werden ihn zweifellos erkennen, mit seiner Mütze und seinem grossen Schnauzbart, ein urtypischer Pariser aus den Vierteln Belleville und Menilmuche. Jedesmal durchdringt mich ein Schauer, wenn er dieses Lied anfängt mit den Worten
Quand nous chanterons le temps des cerises
Et gai rossignol et merle moqueur
Seront tous en fête ….
Vom 18. März bis 28. Mai zeigt das Hôtel de Ville eine Ausstellung über die Pariser Kommune von 1871.
Mehr als 200 Stiche, Photographien, Plakate und Manuskripte illustrieren die bewegenden und dramatischen Ereignisse, die vor 140 Jahren in Frankreichs Hauptstadt stattfanden. Die Ausstellung ist wie ein chronologischer Rundgang angelegt, eine kommentierte Bilddokumentation, visuell und inhaltlich sehr abwechslungsreich, aus der Sicht von objektiven Beobachtern oder Partisanen. Sie soll zum Verständnis des Pariser Aufstands zwischen März und Juni 1871 beitragen, dessen Hauptschauplatz das Hôtel de Ville war.
Die rund 200 Exponate, darunter mehrere Originalmanuskripte, stammen aus städtischen Sammlungen.
Vom 18. März bis 28. Mai 2011
Ausstellung im Hôtel de Ville gratis
Eingang „Salon d’accueil“, 29 rue de Rivoli, 75004 Paris
Täglich, ausser sonntags und an Feiertagen, 10-19 Uhr